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Trekking-Rucksäcke

Im weitesten Sinne ist ein Trekking-Rucksack ein Wanderrucksack, allerdings erfüllt er weitaus umfangreichere Ansprüche und gehört – je nach Tour – auch zu dem, was der Globetrotter als Überlebensausrüstung benötigt. Trekkingrucksäcke werden für Wander- und Berg- bzw. Kletter-Touren verwendet. Sie müssen also fast die gesamte Ausrüstung des Wanderers aufnehmen und schützen können. Daher sind sie großvolumig und mit einem Innen- oder Außengestell versehen, ähneln also wieder der Kraxe, die schon Ötzi nutzte, um seine Waren mitsamt seiner Reiseausrüstung über die Berge zu bringen.
Üblicherweise verfügen Trekking-Rucksäcke über ein separat zugängliches Fach für den Schlafsack. Neben dem Innenraum bieten auch zahlreiche Befestigungsschlaufen die Möglichkeit, weiteres Material mitzuführen. Kleidung, Schlafsack, Proviant, Kochgeschirr usw. müssen Platz finden und gut zugänglich sein. Je nach Modell ist das Hauptfach von vorn (Front-Access) oder von oben (Toplader) zugänglich. Bei einigen Modellen ist der Zugang auch geteilt. Kleine Taschen bieten Raum für diverse Ausrüstungsgegenstände wie Karten, Kompass, Messer, Kamera usw.
Was die Gewichtsverteilung angeht, müssten Trekking-Rucksäcke eigentlich als Hüftsäcke bezeichnet werden, da die Last durch einen speziellen Gurt überwiegend auf die Hüfte verlagert wird. Für eine optimale Lastverteilung sind die Trekking-Rucksäcke verstellbar, sodass sie exakt an die jeweilige Körperform angepasst werden können. Die Einteilung der Rückenlänge in kurz (40 – 49 cm), mittel (48 – 59 cm) und lang (58 – 69 cm) gibt hier lediglich eine grobe Orientierung für den Kauf. Greenhorns (Anfänger) unter den Expeditionsteilnehmern sollten sich nicht nur bei der Ausrüstung beraten lassen, sondern auch bei Ausführung und Einstellung des Rucksacks. Ein ergonomisch richtig positionierter Transportbehälter trägt wesentlich dazu bei, wie weit die Kräfte des Trägers reichen. Beim Klettern im Gebirge entscheidet die korrekte Einstellung möglicherweise sogar über Leben und Tod. Ein falsch beladener, schlecht verzurrter Rucksack zerrt an den Gelenken und kann zum Überkippen nach hinten führen. Ein entscheidender Aspekt bei Lasten ist der Schwerpunkt. Dieser lässt sich nicht so einfach bestimmen. Wichtig ist, wo die schwersten Gegenstände verstaut werden. Der Schwerpunkt sollte hoch und dicht am Körper liegen, weshalb beispielsweise ein Schlafsackfach im unteren Bereich sinnvoll ist. Dazu kann beim Packen eine Waage hilfreich sei. Im Vergleich zum Schulranzen lässt sich bei langen Wandertouren oft nicht vermeiden, dass die Last auf dem Rücken auch schon mal ein Gewicht erreicht, dass die Hälfte des Körpergewichts des Trägers übersteigt.
Innerhalb der Fächer lassen sich mittels Stoffbeutel weitere Abteilungen abtrennen, so dass für Ordnung gesorgt ist. Diese ist notwendig, um nach einer Übernachtung den ursprünglichen Packzustand wieder leichter herstellen zu können.
Gerade weil Trekking-Rucksäcke so groß sind, ist auch das Auf- und Absetzen zu testen und – nach dem Kauf, aber vor der Tour – zu üben. Schon beim Kauf wird nicht selten an solchen scheinbaren Kleinigkeiten deutlich, womit Preisunterschiede zu begründen sind. Natürlich wirkt sich auch die Wahl des Materials aus. Es sollte – entsprechend der gewünschten Tourgegend – witterungsbeständig und hochbelastbar sein. Sparen kann man hier in der Regel nur am falschen Ende. Es mag sogar sinnvoll sein, für unterschiedliche Anforderungen (Berge, Wüste, Schneelandschaft, Dschungel) jeweils auf einen anderen Rucksack zu setzen.
Der Markt bietet eine Vielzahl an Modellen mit unterschiedlichen Systemen, die auf bestimmte Aufgaben zugeschnitten sind. So gibt es beispielsweise auch Rucksäcke mit Trinksystem. Jäger dagegen verwenden gern solche Tragesysteme, die sich bei einer Pause als Sitzschemel aufstellen lassen.
Hersteller wie Bach, Bergans, Deuter, Jack Wolfskin, Lowe und Tatonka offerieren ein umfangreiches Programm. Die Preise beginnen bei knapp unter 70 Euro und hören bei 500 Euro noch nicht auf. Die Erfahrung, in der Wildnis unterwegs zu sein und sich über ein minderwertiges Produkt zu ärgern, sollte man sich sparen.